Malerei und Illustration

Bis heute geht es mir so, dass das Malen und Zeichnen für mich ein großes Glück ist. An einem Tag ohne ein paar Zeichnungen, Scribbels oder Pinselstriche fehlt mir etwas. Und wenn es auch manchmal noch so stressig ist, habe ich diesen kleinen Lichtblick im Hinterkopf, auch wenn es schon auf Mitternacht zugeht: Du kannst jetzt noch kurz im Dachzimmer die Lampe anknipsen und irgendetwas aufs Papier bringen... damit ist mein Tag gerettet! 

Ich erinnere mich an mein erstes bewusst gemaltes Bild genau: Ich bin 3 Jahre alt sitze gemütlich mit einem Glas Apfelsaft in der grünen 70er Jahre Küche am Küchentisch, über den ich kaum hinwegschauen kann. Mit Wachsmalstiften male ich ein Haus, das aus gestapelten Rechtecken besteht, natürlich -ganz im Stil der Zeit- in grün und braun. Ich war mächtig stolz auf mein Werk. Oft habe ich Häuser gemalt, aber auch  Menschen, meist mit bodenlangen Haaren und riesigen Schleifen auf dem Kopf. Wenn ich daran denke, empfinde ich das Gefühl des kindlichen  Eintauchens in die Materie, den gestalterischen Prozess, der auf individuellen Erlebnissen, Eindrücken, Gefühlen und Sichtweisen beruht, als große Geborgenheit und Glück. "Eins-sein" mit sich und der Welt. Stifte, Farben und Papier - so einfach und so wertvoll. Wenn ich heute male oder zeichne erfüllt mich dieses Gefühl. Dann versuche ich, das Echte, Einzigartige und das Groteske in den Menschen, den Dingen und der Welt aufs Papier zu bringen - und das macht mir riesigen Spaß!